Aktuelle Meldungen

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03.05.2017
Dr. Christoph Heilmann schenkt der Neuen Pinakothek ein bedeutendes Frühwerk von Eugène Delacroix


 

Eugène Delacroix Zwei Pferde
Eugène Delacroix (1798-1863), Zwei Pferde vor einem Stall, um 1825/27; Öl auf Holz, 40,5 x 63,5 cm; © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek, München

Christoph Heilmann, von 1975 bis 2000 Konservator der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, schenkt der Neuen Pinakothek ein bedeutendes Gemälde des französischen Romantikers Eugène Delacroix. Das Bild zeigt zwei Pferde vor einem Stall in einer weiten Landschaft und könnte während der Englandreise des Künstlers 1825 entstanden sein. In der Neuen Pinakothek erweitert es die Sammlung der französischen Malerei der Romantik um ein frühes Hauptwerk des Künstlers.
Eugène Delacroix gehört zu den bedeutendsten französischen Künstlern des 19. Jahrhunderts. 1798 als Spross einer gebildeten Familie in Paris geboren, lernte er im Atelier des Historienmalers Pierre-Narcisse Guérin, wo er den um einige Jahre älteren Théodore Géricault traf. 1822 feierte Delacroix mit der „Dantebarke“ einen großen Erfolg im Salon; 1824 zeigte er das „Massaker von Chios“, 1827 den „Tod des Sardanapal“, 1831 schließlich „Die Freiheit führt das Volk an“, emphatisch bewegte Gemälde, die großes Aufsehen erregten und seine Stellung als führender Historienmaler und künstlerischer Gegenpol zum kühlen Klassizisten Ingres begründeten. Reisen nach England 1825 sowie nach Spanien und Marokko 1832 waren von weitreichendem Einfluss auf sein künstlerisches Werk. Ab den 1830er Jahren war Delacroix mit großen Ausmalungsprogrammen in Pariser öffentlichen Gebäuden wie dem Louvre beschäftigt. 1863 starb er in Paris, von der jüngeren Künstlergeneration als Vorbild bewundert und verehrt.
Die Neue Pinakothek besitzt bislang vier Gemälde von Delacroix, die vornehmlich sein Interesse an literarischen Stoffen spiegeln: „Der sterbende Valentin“, um 1826 während seiner intensiven Beschäftigung mit Goethes „Faust“ entstanden, „Der Tod der Ophelia“, inspiriert von Shakespeares „Hamlet“, schließlich „Clorinde befreit Olindo und Sophronia“, das eine Szene aus Tassos Epos „Das befreite Jerusalem“ zur Grundlage hat, sowie eine Kopie nach der Rubensschen „Eberjagd“. Mit dem jetzt neu hinzugekommenen Gemälde wird eine bislang in der Sammlung fehlende Facette des Künstlers anschaulich: die wirklichkeitsnahe, einfühlsame, dabei malerisch großartige Darstellung einfacher Kreaturen in ihrer Umgebung. Die beiden Pferde, ein Schimmel und ein Rappe, sind eben von der Feldarbeit zurückgekehrt und warten darauf, ihres Geschirrs entledigt zu werden. Die beiden Tiere, die Landschaft, das Mauerwerk des Stallgebäudes legt Delacroix mit impulsiven Pinselstrichen an und zeigt seine Meisterschaft in der Gestaltung des Motivs nur aus der Farbe heraus. Es steht in seiner eindringlichen Wiedergabe von Arbeitspferden in ihrer Umgebung Werken seines Freundes Géricault nahe und weist wie diese Verbindungen zur zeitgenössischen englischen Malerei auf.
In Saal 10 der Neuen Pinakothek mit den Werken der französischen Romantiker und frühen Realisten wird das Gemälde künftig einen neuen, besonderen Akzent setzen. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen freuen sich über diese großherzige Schenkung und danken für diesen Zuwachs aufs herzlichste!
Christoph Heilmann war von 1970 an bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen tätig und leitete von 1975 bis 2000 das Referat für die Kunst der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seit 1982 trug er als Hausreferent Verantwortung für die Neue Pinakothek. Nach seiner Pensionierung begründete er 2003 die Christoph Heilmann Stiftung, in die er die Gemälde seiner privaten Sammlung früher Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts einbrachte und die 2013 als Dauerleihgabe an die Städtische Galerie im Lenbachhaus ging.

10.04.2017
Zeichnungen aus dem Berliner Kupferstichkabinett an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden übergeben


 

Übergabe der 42 Zeichnungen
Dr. Andreas Schalhorn (Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin) und Dr. Stephanie Buck (Direktorin des Kupferstich-Kabinetts, SKD), bei der Übergabe einer Mappe mit 43 Tuschezeichnungen des Künstlers Josef Hegenbarth aus dem Berliner Kupferstichkabinett an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett

Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin hat kürzlich 43 Tuschezeichnungen von Josef Hegenbarth (1884–1962) an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) übergeben. Die Zeichnungen waren 1958 im Rahmen der Rückführungsaktion von Kunstwerken aus der Sowjetunion an die Staatlichen Museen in Ost-Berlin gelangt und wurden seitdem als Fremdbesitz verwahrt. Sie werden ab dem 7. Mai 2017 in der Ausstellung „Kleiner Muck und Kalif Storch – Hegenbarth illustriert Hauffs Märchensammlung ‚Die Karawane‘“ im Josef-Hegenbarth-Archiv, der Dependance des Dresdner Kupferstich-Kabinetts, zu sehen sein.
Bei den Werken handelt es sich um eine Mappe mit insgesamt 43 Zeichnungen (Pinsel und schwarze Tusche auf Papier) unterschiedlicher Größe, die der Dresdner Künstler Josef Hegenbarth um 1942 schuf. Sie illustrieren Wilhelm Hauffs Märchensammlung „Die Karawane“.
Die Mappe mit Illustrationsvorlagen befand sich 1943 zum Zweck der Veröffentlichung in der Reihe „Bücher des Frontarbeiters“ in Wriezen (Brandenburg). 1945/46 wurde sie dort von der Roten Armee beschlagnahmt und in die Sowjetunion abtransportiert. Seit ihrer Rückkehr 1958 wurden die Zeichnungen im Berliner Kupferstichkabinett als Fremdbesitz verwahrt. Recherchen seitens des Kupferstich-Kabinetts Dresden zum Verbleib einiger Illustrationsfolgen Hegenbarths hatten ergeben, dass es sich bei den in Berlin befindlichen Zeichnungen zum Zeitpunkt des Abtransportes in Wriezen um Privateigentum des Künstlers handelte.
Nach dem Tod Hegenbarths setzte seine Witwe Johanna das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden testamentarisch zum Alleinerben ein. Damit sind die SKD Eigentümer der 43 Tuschpinselzeichnungen. Das Dresdner Kupferstich-Kabinett bewahrt im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus den umfangreichen künstlerischen und archivalischen Nachlass Josef Hegenbarths.

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