Im Dienst der Rassenfrage

Propagandafotografien im Auftrag des Reichsministers R. Walther Darré

29.11.2017 bis 08.04.2018

Anna Koppitz, Schülerinnen der Reichsschule Burg Neuhaus, 1940

Anna Koppitz, Schülerinnen der Reichsschule Burg Neuhaus, 1940
© Nachlass Anna Koppitz

Adresse:
Dokumentationszentrum Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin
Beschreibung:

Eine Ausstellung des Photoinstituts Bonartes, Wien in Kooperation mit der Stiftung Topographie des Terrors


Das Ideal der „nordischen Rasse“ war ein wesentlicher Bestandteil der Ideologie des Nationalsozialismus. Für den „Reichsbauernführer“ und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther Darré standen die Bauern im Mittelpunkt dieses Konzepts. Die von ihm in verschiedenen Schriften propagierte „Blut-und-Boden-Ideologie“ sah das Bauerntum als Keimzelle der „nordischen Rasse“ mit der Verpflichtung zur „artgemäßen“ Fortpflanzung. 1935 gründete Darré die „Reichsschule des Reichsnährstandes für Leibesübungen Burg Neuhaus“, für die Jugendliche aus Bauernfamilien rekrutiert wurden. In ihnen sah er geeignete Fotomodelle zur Illustration seiner Schriften. Die Wiener Fotografin Anna Koppitz und der deutsche Sportfotograf Hanns Spudich schufen in seinem Auftrag zahlreiche Aufnahmen der „Neuhäuser“ für die mediale Popularisierung eines neuen Bauernbildes. 

Die Ausstellung untersucht vor allem den Einsatz dieser Fotografien in Propagandaschriften, Büchern, Zeitungen und Magazinen der Zeit. Es handelt sich vorwiegend um Publikationen, die Darré herausgab oder die in seinem Verlag oder Umfeld erschienen. Sie belegen ein systematisches Vorgehen zur Schaffung einer eigenen Bildsprache. Die Ausstellung bietet einen Einblick in die Zusammenarbeit von Fotografinnen und Fotografen mit einem führenden NS-Ideologen, der in der Fotografie ein geeignetes Medium sah, um seine rassenideologischen Vorstellungen zu illustrieren und zu verbreiten.

Sparten:
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