Hundert Hoffnungen
Protest und Vorstadtidyll

Sammlungspräsentation

05.12.2017 bis 25.02.2018

Sigmar Polke, 
<br>Wochenendhaus, Blatt 4 der Mappe  
<br>„Grafik des kapitalistischen Realismus“ 1967 
<br>Siebdruck auf Kupferdruckkarton Blattmaß: 59,4 x 83,8 cm 
<br>Sprengel Museum Hannover

Sigmar Polke,
Wochenendhaus, Blatt 4 der Mappe
„Grafik des kapitalistischen Realismus“ 1967
Siebdruck auf Kupferdruckkarton Blattmaß: 59,4 x 83,8 cm
Sprengel Museum Hannover
© VG Bild-Kunst Bonn, 2017 / The Estate of Sigmar Polke, Köln
Foto: Herling / Herling / Werner, Sprengel Museum Hannover

Adresse:
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
Beschreibung:

Hundert Hoffnungen. Protest und Vorstadtidyll zeigt die heterogene und von gesellschaftspolitischen Spannungen durchzogene Situation im Nachkriegsdeutschland auf. Die Sammlungspräsentation fokussiert dabei figurative Arbeiten der 1960er- und 1970er-Jahre: Vorstadtidylle, Rückzug ins Eigenheim, Babyboom, Konsum und Verdrängung treffen auf Protestbewegung, Abwendung von der Generation der Eltern, Wiedergutmachung und Anti-Militarismus.  

Ausgangspunkt der Präsentation ist die von René Block 1968 herausgegebene Mappe Grafik des kapitalistischen Realismus mit sechs Arbeiten von KP Brehmer, K. H. Hödicke, Konrad Lueg, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Wolf Vostell, die in diesem Zusammenhang erstmalig vollständig im Sprengel Museum Hannover gezeigt wird. Entlehnt ist der Titel Hundert Hoffnungen einem gleichnamigen Gemälde des Düsseldorfer Malers Konrad Klapheck, der anhand mechanischer Motive seine unmittelbare Lebensrealität und die psychische Beschaffenheit der Menschen nacherzählt. In Hundert Hoffnungen wird eine Aufsicht auf Fahrradklingeln zu einer Bildmetapher über Uniformität und Gleichschritt, aber auch über ein Aufbäumen und einen Ausbruch aus dem Trott. Neben Klapheck, der als Vorläufer der Ästhetik des kapitalistischen Realismus – auch bekannt als German Pop – gelten darf, werden Werke von Joseph Beuys sowie von den mit Hannover verbundenen Künstlern Siegfried Neuenhausen und Heinrich Riebesehl zu sehen sein. Teils auf subtile, teils auf plakativ anprangernde Art und Weise fügen sich die Arbeiten in das gesellschaftliche Spannungsgeflecht ein und entwerfen so ein visuelles Stimmungsbild der Zeit.

Sparten:
Bildende Kunst, Malerei