Franz Erhard Walther.
Handlung denken

Kunstpreis Aachen

02.06.  bis 29.10.2017
Ausstellung des Monats Juni 2017

Franz Erhard Walther, 
<br>Gesang des Lagers, 1989–1990, Baumwolle, Leinwand, 
<br>Courtesy Collection the Franz Erhard Walther Foundation Installationsansicht: ,De l‘origine de la sculpture, 1958–2009‘ at Mamco, Genf 2010,

Franz Erhard Walther,
Gesang des Lagers, 1989–1990, Baumwolle, Leinwand,
Courtesy Collection the Franz Erhard Walther Foundation Installationsansicht: ,De l‘origine de la sculpture, 1958–2009‘ at Mamco, Genf 2010,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Adresse:
Ludwig Forum für Internationale Kunst
Jülicher Str. 97-109
52070 Aachen
Beschreibung:

Ein schmaler Sockel aus Metall. Leer. Mitten im Museum. Ein Schritt nur und der Besucher könnte selbst zur Skulptur werden. Kunst, die sich erst durch den Menschen vollendet – da-ran arbeitet der Künstler Franz Erhard Walther seit rund 60 Jahren. Kaum ein Kunstschaffen-der hat die Definition, was Skulptur sein kann, derart frühzeitig und nachwirkend verändert wie Franz Erhard Walther. Durch seine partizipativen Objekte und Textilskulpturen hat er das Verständnis von Kunst sowie das Verhältnis von Kunst und Betrachter einer grundlegenden Neubewertung und Erweiterung unterzogen. Den eigenen Körper, Zeit, Raum, Sprache oder Gestik – all diese „Materialien“ bezieht Walther bei seinen bildhauerischen Arbeiten oder Installationen mit ein. Der Betrachter soll dabei idealerweise aus seiner passiven Haltung heraustreten und zu einer intellektuellen, emotionalen und zum Teil auch physischen Auseinandersetzung mit Walthers Handlungsobjekten angeregt werden. Diese ist oft sogar unabdingbar, um die jeweilige Skulptur in ihrer Ganzheit „geschehen“ zu lassen.

Franz Erhard Walthers Werk steht im Kontext der Entgrenzungsstrategien der Kunst der 1960er-Jahre, in denen die Auffassung des Kunstwerks als materielles Objekt zugunsten eines erweiterten Kunst- und Werkbegriffs aufgegeben wurde. In Happenings, Aktionen und Performances etwa wurden vorherrschende Kategorien wie Kunstwerk und Autor in Frage gestellt. Dabei vertraten die Künstler den Anspruch, Kunst als Erfahrung, als Teilhabe an einem Ereignis oder Prozess zu vermitteln. Die Hierarchie zwischen Künstler und Rezipient sollte aufgelöst und so die Kunst demokratisiert werden.

Kuratiert von:
Andreas Beitin und Esther Boehle
Sparten:
Bildende Kunst, Skulptur, Objektkunst
Neue Ausstellungen >